Welche Wirkung hat Factoring auf den Kunden?

Wer Rechnungen schreibt und anschließend auf die Zahlungen der Kunden wartet, stellt sich irgendwann die Frage, ob es nicht Möglichkeiten gibt, das Geld schneller zubekommen und sich nicht mit säumigen Zahlern rumschlagen zu müssen. Eine Lösung verspricht das Factoring. Aber welche Auswirkung hat es auf den Kunden?

Was ist Factoring?

Factoring ist ein Weg für Unternehmen und Gewerbetreibende, durch den Verkauf von Forderungen schneller an den Rechnungsbetrag zu gelangen und somit die eigene Liquidität zu erhöhen.

Der Vorteil des Verkaufs liegt dabei nicht nur in der schnelleren Verfügbarkeit liquider Mittel, sondern auch schon eine Sicherheit im Vorfeld hinsichtlich der Ausfallwahrscheinlichkeit des Kunden. Sehr schlechte Kunden, also deren Zahlungsmoral nicht gut ist, werden schon im Vorfeld abgelehnt; ein Hinweis, dass man diesen Kunden vielleicht nicht bedienen sollte — eine Kreditprüfung.

Nachteil es handelt sich um einen Verkauf, dass heißt: Die Factoringbank zahlt nicht den gesamten Rechnungsbetrag. In der Regel werden 80% der Rechnung an den Verkäufer gezahlt, die restlichen 20% behält die Bank ein. Sie decken u.a. die Kosten der Forderungsbetreibung.

Hat das Factoring einen negativen Beigeschmack für den Kunden?

Der Rechnungsteller muss auf seinen Rechnungen eine Bankverbindung nennen., wenn es sich nicht um einen Barverkauf handelt. Dies ist kaufmännischer Grundsatz. Schließlich muss der Kunde ja wissen, wohin er das Geld senden muss. Ob man nun jedoch das eigene Konto angibt oder das der Factoringbank ist dabei unwichtig.

Dem Kunden selbst kann theoretisch vollkommen egal sein, ob er auf ein Konto des Verkäufers oder eines Dritte, der Factoringbank, überweist. Er muss ja ohnehin den Rechnungsbetrag begleichen.

Jedoch ist es ein offensichtliches Druckmittel gegenüber dem Kunden.  Wenn er weiß, dass die Zahlung an einen Rechungsaufkäufer geht, wird er sich gezwungen sehen, diese Rechnung innerhalb der Zahlungsfrist zu begleichen. Es kann davon ausgehen, dass im Falle verspäteter oder ausfallender Zahlung eine Kreditwürdigkeit in Mitleidenschaft gezogen wird.

Dies könnte seitens des Kunden einen faden Beigeschmack haben. Sollte aber dem Rechnungssteller egal sein. Denn, wenn sich der Kunde daran stört, ist er sicherlich nicht ein Kunde, der die Absicht hat seine Rechnungen fristgerecht zu bezahlen. Was Du mit Deinen gestellten Rechnungen machst, diese selbst beitreibst oder einen Dienstleister dafür einsetzt, es der Mehrheit der Kunden egal. Es ist ja Deine Entscheidung, auf 20% des Rechnungsbetrags zu verzichten.

Des Weiteren kann jeder Kunde davon ausgehen, dass er, zumindest wenn er ein Neukunde ist, einer Kreditprüfung unterliegt. Egal, ob es sich um Prüfungen durch die Schufa, Creditreform oder eine Factoring handelt. Und auch sollte jedem Kunden bewusst sein, dass spätestens, wenn solche Organisationen wie die Creditreform einen anschreiben, dieses sich auf die Kreditwürdigkeit auswirken.

Also: So what? Ist doch egal, ob eine Factoringbank zwischengeschaltet ist und man dies offen mitbekommt oder eine Kreditprüfungs- und Inkassoinstitution im Hintergrund. Daher ist es nicht anzunehmen, dass das Rechnungverkaufen negative Auswirkungen auf das Image des Rechnungsstellers haben wird.

 

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