An der Möglichkeit, mit der “Plastikkarte” seine Einkäufe zu tätigen, streiten sich die Geister. Und nicht selten bringen Selbstständige und kleinere Händler sowie Gastronomen als Grund für die Ablehnung die hohen Kosten bei Kartenzahlung als Ausrede vor. Gehören Sie auch dazu? Dann zeigen wir Ihen jetzt, warum diese Aussage falsch ist.
Was kostet Kartenzahlung?
Wenn man sich etwas eingehender mit dem Thema Kartenzahlung beschäftigt, stellt man fest, dass die Banken oder Zahlungsdienstleister eigentlich verhältnismäßig geringe Kosten verrechnen.
In der Regel handelt es sich hierbei um Transkationskosten, womit das Anfragen bei der Bank des Käufers hinsichtlich der Verfügbarkeit des in Rechnung gestellten Betrags, die Abbuchung vom Konto des Kunden sowie die Einzahlung des Betrags auf das Konto des Verkäufers enthalten ist.
Die Hardware,das Kartenlesegerät, wird inzwischen oft kostenfrei oder zum Kauf zu einem geringen Betrag zur Verfügung gestellt. Denn an sich braucht man für die Kartenzahlung keine eigenen Lesegeräte mehr: Wir tragen die Geräte täglich mit uns rum. Sie werden Smartphone genannt und mit einer entsprechenden, von den Zahlungsdienstleistern kostenlos zur Verfügung gestellten App lassen diese sich Dank des eingebauten NFC-Moduls zu einem Kartenlesegerät umfunktionieren.
Wenn man sich die Kosten für eine Transaktion, also einer Zahlung des Kunden per Kartenzahlung, ansieht, fällt auf, dass diese recht überschaubar sind. So gibt z.B. SumUp an, dass für jede Kartenzahlung 1,39% Gebühren anfallen (bei stationären Zahlungen und im Tarif ohne Fixkosten), egal welche Karte. Payone erhebt für einen Umsatz über eine Girokarte 0,89% und bei einer Kreditkarte 1,9% Gebühren. Qonto gibt eine Gebühr vom 0,8% bei EU-Karten und Privatkundenkarten an, bei Nicht EU- und Firmenkarten sind es 2,5%
Wie wirken sich die Kosten auf den Gewinn aus?
Natürlich kann man jetzt sagen, dass diese Kartenzahlungs-Spesen den Gewinn reduzieren. Was ja an sich stimmt. Jedoch nicht in dem Umfang, wie viele Cash-Only-Befürworter einem weis machen wollen
Denn die Kosten wirken sich ja zum einen nicht auf alle Verkäufe aus, sondern nur auf die, die per Karte bezahlt wurden. Wodurch hier eine Mischbetrachtung nötig wird. um die realen Kosten zu ermitteln.
Gehen wir von 10.000 EUR Bruttoumsatz (Umsatz inkl. der Ust) aus. Nehmen dabei an, dass 68% dieses Umsatzes durch Kartenzahlung entstanden ist. Dann haben wir 6.800 EUR Kartenumsatz. Bei Kosten von 1,39 % (SumUp) betragen die Kosten für Kartenzahlungen ganze 94,52 EUR! Das sind nicht eimal 1% des Umsatzes. Oder anders ausgedrückt: Bei einem Verkaufspreis von 10,00 EUR verzichtet man auf 0,09 EUR Gewinn.
Reduzierung der Kartenzahlungskosten durch Umlage
Wie schon vorhergehend gesagt, reduziert sich der Geiwinn um einen geringen Prozentsatz. wenn man von rund 2/3 Kartenzahlungen ausgeht. Jedoch betrachtet ein Kaufmann auch Möglichkeit, die Kosten in den Preis einzu kalkulieren, was ja der sinnvollere Ansatz ist.
In diesem Fall gilt:
Ausgehend von den 10.000 EUR Umsatz und der Kartennutzung von 68% haben wir Kosten von 94,52 EUR. Gehen wir nun davon aus, dass die verkauften Artikel 10 EUR/Stück im Verkauf gekostet haben (nur zur verinfachten Anschauung), als man noch rein auf Barzahlung bestanden hat.
Die beispielsweise angenommenen 1,39% Kosten auf die Kartenzahlungen entsprechen 0,9452 % des Gesamtumsatzes. Wenn man nun diese auf den Preis aufschlägt, ehöht sich der Preis (übrgens brutto!) um 0,095 EUR auf 10,095 EUR.
Der Umsatz steigt dabei auf 10.095 EUR, bei einem Kartenumsatz von 6.864,60 EUR. Wobei die Kosten Kartenzahlungskosten auf alle Kunden verteilt und von diesen bezahlt wurden.
Fazit
Die Kartenzahlung ist zum Einen nicht so teuer, wie viele Barzahlungsbefürworte in Gastronomie und Handel behaupten. Dazu kommt, dass man die Kosten normalerweise auf die Preise aufschlagen kann, wobei der Preisanstieg auch moderat ausfällt, weil man diese an ale Kunden weitergibt und somit durch eine Mischkalkulation den Preisanstieg verringert.
Auch bei der Annahme von 100% Kartenzahlung, würde sich die Preise nur bis maximal der Höhe der teuersten Kartenabrechnung das wären dann unter berücksichtigung der uben genannten Anbieter 2,56%, die mn auf den aktuellen PReis aufschlagen müsste.
Was wir hier aktuell unberücksichtigt gelassen haben, sind noch weitere Punkte, die man berückschtigen muss, auch wenn sie von vielen Geschäftstrebenden ebefalls außen vorgelassen werden:
- Barbestandsrisiken: zwischen dem Umsatz und damit theoretisch eingenommenen Bargeld und dem Kassebestand gibt es in der Regel immer eine Differenz, zum Beispiel wegen zu viel herausgegebenem Geld
- Diebstahlsrisiko: Bargeld kann gestohlen werden. Entweder durch Mitarbeiter, durch Diebe im Rahmen eines Überfall am Point of Sale oder beim Verbringen zur Bank
- Verlustrisiken: DIe Geldbörse bleibt irgendwo auf dem Weg vom POS zur Bank liegen
- Bankgebühren für Bareinzahlungen, was je nach Bank bis zu 30 EUR kosten kann
- Arbeistzeit und Wegkosten für das Verbringen des Geldes zu Bank. Da diese inzwischen ihr Filialnetz erheblich ausgedünnt haben, sind hier lange Wege vorprogrammiert.
- Aufwand wegen des Geldwäschegesetzes. Bei höheren Summen, die man einzahlt, muss man je Einzahlung belegen, wo das Geld herkommt. Also zusätzicher Bürokratieaufwand, der kalkuliert werden muss
- Verräumungsaufwand von Ware, die der Kunde nicht bezahlen kann, weil er selbst nicht genug Bargelf zum Zeitpunkt verfügbar hat
- uvm
Diese Kosten sind — auch wenn teilweise nur rechnerisch — zu berückichtigen. Sie machen am Ende die Kartenzahlung zu einer unschlagbar günstigen Zahlungsmethode.
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