Kann der Umsatz negativ sein?

Eine interessante Frage, die sich im Rahmen der unternehmerischen Tätigkeit jedem irgendwann mal stell: Kann man eigentlich einen negativen Umsatz haben?

Definition von Umsatz

Damit wir uns dieser Frage nähren können, müssen wir zunächst einmal überlegen, was Umsatz nach der Definition ist. Wir haben den Begriff schon einmal definiert:

Beim Umsatz es handelt sich um den Wert aller Produkte und Dienstleistungen, die in einem bestimmten Zeitraum abgesetzt wurden.

Oder einfach gesagt um die unternehmerischen Verkäufe — auch die Liquidation von Anlagevermögen (Veräußerung von Maschinen, Immobilien, Firmenbeteiligungen) — innerhalb eines Zeitraums.

Damit kann eigentlich einfach gesagt, der Umsatz niemals negativ werden. Aber…

Warum der Umsatz doch negativ wird

Auf dem Papier gibt es einen (theoretischen) negativen Umsatz, wenn bestimmte Geschäftsvorfälle innerhalb der betrachteten Periode (Zeitraum) überproportional auftreten.

An einzelnen Tagen, in einzelnen Wochen oder auch Monaten kann der Umsatz rechnerisch negativ sein. Dies ist dann in der Regel auf Geschäftsvorfälle zurückzuführen, die in vorhergehenden Zeiträumen erfolgt sind. Also

  • Retouren
  • Nachlässe
  • Stornierungen

Hierzu ein paar Beispiele:

Retouren
Im Vormonat wurde für 10.000 EUR Ware verkauft. Also ein entsprechender Umsatz generiert. Diesen Monat kommt Ware im Wert von 7..500 EUR zurück. Gleichzeitig hat man nur Verkäufe über 6.000 EUR generiert.

Folglich ist der Umsatz auf dem Papier für diesen Monat

generierter Umsatz 6.000 EUR
Retouren – 7.500 EUR
ausgewiesener Umsatz – 1.500 EUR

Erweitert man den Betrachtungszeitraum auf beide Monate liegt der Umsatz bei

Vorperiodenumsatz 10.000 EUR
generierter Umsatz 6.000 EUR
Retouren – 7.500 EUR
ausgewiesener Umsatz 8.500 EUR

Also korrekt ein positiver Wert.

Nachlässe
Entsprechend den Retouren können auch Nachlässe bei einem zu kurzen Betrachtungszeitraum den Umsatz ins negative umkehren.

Wenn aufgrund Mängel an dem in der Vergangenheit verkauften Artikel Nachlässe gewährt werden, können diese im Nachhinein einen kurzfristig negativen Umsatz (Tagesumsatz, Wochenumsatz) verursachen.

Stornierungen
Stornierungen können sich unter gewissen Umständen ebenfalls den aktuellen Umsatz auswirken. Sie wirken sich dann aus, wenn der Umsatz in der Vergangenheit schon erfasst (aktiviert) worden ist.

Gerade bei Projekten kann dies im Rahmen des Monatsabschlusses eintreten, wenn zum Beispiel die nun stornierte Leistung im Vormonat verkauft, aber in diesem Monat geliefert werden sollte. Auch in diesem Fall wirkt sich die Rückrechnung des entsprechenden Umsatzes negativ auf den aktuellen Umsatz aus und kann zu einem bei zu engem Zeitraum negativen Umsatz führen.

Wie man negative Umsatzausweise vermeidet

In den vorgenannten Beispielen wurde immer wieder vom Bertachtungszeitraum gesprochen. Je nach dem wie kurz man ihn fasst kann es für diesen einen negativen Umsatz geben. Verlängert man den Betrachtungszeitraum wird diese negative Ausweisung immer negiert, denn:

Umsatz kann per Definition nie negativ werden!

Natürlich kann man sich den täglichen oder wöchentlichen Umsatz ansehen. Das machen auch viele Unternehmen. Je doch muss man im Falle eines negativen Umsatzes daran denken, dass über längere Sicht dieser nicht existent ist.

Folgen negativen Umsatzes

Negativer Umsatz hat trotzdem Auswirkungen. Denn dieser mindert den Geschäftserfolg. Schließlich reduzieren sich die Einnahmen aus dem ursprünglichen Umsatz bei gleich bleibenden Kosten (Retourenabwicklungskosten lassen wir mal hierbei außen vor).

Somit hat diese Umsatzreduzierung direkten Einfluss auf die Liquidität und den Gewinn eines Unternehmens.

 

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